So nähst du deine Applikation auf Stoff

So nähst du deine Applikation auf Stoff

Applikation nähen – auf dieses Garn und Füßchen solltest du achten. 

Im letzten Artikel habe ich dir in einem Video gezeigt, wie du eine Applikation deiner Wahl auf Vliesofix überträgst und daraus eine schöne Applikation erstellst.

Falls du ihn nicht gelesen bzw. das Video noch nicht angeschaut hast, dann kannst du es hier machen.

Heute geht es nun um den nächsten Schritt, das Aufnähen deiner Applikation und welche Gestaltungsmöglichkeiten du dabei hast.

Eines möchte ich dir unbedingt vorweg sagen, wie bei vielen Dingen, die beim lernen eines Handwerkes passieren, so gilt auch hier, Übung macht den Meister. Lass dich also nicht von deinem ersten Versuch entmutigen, wenn es nicht gleich so läuft und aussieht, wie du es dir vorstellst.

Mit jedem Teil wird es besser, versprochen.

Deine Applikation sitzt nun also dort, wo du sie haben wolltest und ist super aufbügelt. Mit diesem Stück geht’s nun an die Nähmaschine zum Applikation nähen

Welches Garn wählst du

  • Garnfarbe

Überlege dir, mit welcher Farbe möchtest du die Applikation nähen. Dazu gibt es drei Varianten.

Mit einer Ton in Ton Farbe wirst du die genähte Linie kaum sehen, was den Vorteil hat, das auch kleine  „Fehler“ beim Aufnähen nicht so leicht auffallen.

Nimmst du eine Kontrastfarbe, so betonst du deine Applikation und gibst ihr besonderes Gewicht. Sie wird jedem Betrachter ins Auge fallen und die Blicke auf sich lenken.

Das entscheidest du immer ganz individuell nach deinem Projekt und Nutzen.

Ich mache es so, das ich verschiedene Garnfarben auf den Stoff halte und mich dann entscheide, was mir besser gefällt.

Du kannst übrigens auch transparentes Garne nutzen. Probiere hier aber vorher unbedingt aus, wie deine Nähmaschine damit zurecht kommt, bzw. ändere die Fadenspannung an deiner Maschine, bis du ein zufriedenstellendes Stichbild erhälst. Nicht alle Maschinen mögen dieses dünne Garn. Außerdem nutze ich dafür auf meiner Unterfadenspule in dem Fall ein möglichst gutes Nähgarn, z.B. von Gütermann den Allesnäher.

  • Garnqualität

Damit wären wir auch schon bei einem anderen, wichtigen Thema, nämlich die, der Garnqualität.

Eine Applikation stellt ja schon irgendwie das i-Tüpfelchen auf deinem genähten Stück dar und soll einen besonderen und persönlichen Akzent setzen. Spare hier also bitte nicht an der Garnqualität.

Grundsätzlich gilt, je gleichmäßiger dein Garn ist umso besser lässt es sich vernähen und umso schöner wird deine Applikation aussehen. Auch die Leuchtkraft der Farben hat bei hochwertigem Garn eine ganz andere Intensität.

Du kannst dich zwischen normalem Allesnähergarn z.B. von Gütermann, entscheiden oder probiere mal das besonders schöne Maschinenstickgarn z.B. von Madeira. Es hat zusätzlich noch einen tollen Glanz und lässt sich wunderbar verarbeiten.

Um ein wirklich gutes Ergebnis zu erreichen , solltest du am besten, oben und unten, also im Oberfaden und Unterfaden unbedingt die gleiche Garnqualität verwendest.

Das gilt übrigens grundsätzlich an deiner Nähmaschine: immer die gleiche Garnqualität verwenden. Das muss nicht die gleiche Farbe sein, denn die Maschine ist Farbenblind, aber sie ist sensibel bei der Garnqualität.

Nähfuss wählen 

Du willst nun mit dem Nähen der Applikation loslegen und platzierst dein Stück unter der Nähmaschine.

Du stellst erschrocken fest, dass man kaum die Linie sieht, auf der du nähen willst? Hier schafft das sogenanntes Applikationsfüßchen Abhilfe.

  • Applikationsfuss

Dem Applikationsfuß “fehlt” das Plastikstück/ Sichtfeld  in der Mitte.

 

Durch den freien Raum im Füßchen kannst du wunderbar deine Applikation sehen und entscheiden, wo entlang du deine Applikation nähen möchtest.

Üblicherweise ist so ein Füßchen nicht in der Standartausrüstung deiner Nähmaschine dabei. Du kannst es dir aber passend zu deinem Nähmaschinenmodell nachbestellen. Es ist nicht so teuer und es wird dir gute Dienste beim Nähen leisten. Mit so einem Füßchen gelingen mir auch sehr filigrane Formen viel leichter.

Solltest du noch kein Applikationsfüßchen haben, nimm für den Anfang das normale Nähfüßchen. Lass dir beim Nähen ausreichend Zeit. Hier ist Eile absolut fehl am Platz.

Applikation Nähen – Stichwahl

Für deine ersten Applikationen empfehle ich dir unbedingt den Geradstich zu verwenden. Mit diesem Stich und dem Aufnähen direkt auf der Applikation, mit einem Abstand von ca. 2mm vom Rand entfernt gelingt dir das Nähen der Applikation ganz sicher und du musst keine Sorge haben, das es nicht ordentlich aussieht. Ich nähe mit dieser Einstellung immer 2-3 mal um meine Applikation und so folgt nie eine Nahtlinie der anderen, was einen ganz lässigen Eindruck hinterlässt.

Auch wenn du mal über deine Applikation hinausnähst, so kannst du durch mehrmaliges umnähen doch sicherstellen, das die Applikation mindestens durch eine Runde festgenäht wurde.

Nutze die normale Stichlängen-Einstellung von 2,5- 3 mm. Platziere mit Hilfe des Handrades die Position der Nadel, setzt deinen Nähfuß nach unten und los geht’s.

Du brauchst den Anfang nicht verriegeln, also durch Rückwärtsnähen sichern, da du bei deiner Applikation ja einmal rundum nähst und somit wieder an den Anfang kommen wirst. Das heißt, du vernähst erst am Ende.

Aufnähen

Bevor es mit dem Aufnähen der Applikation nun losgeht, gebe ich den Teilnehmern in meinen Kursen immer folgendes mit auf den Weg:

Geschwindigkeit ist gut, Kontrolle ist besser.

Das heißt, übertreibe es nicht mit dem Gas geben, sondern achte lieber darauf, dass du auf deiner gewünschten Linie bleibst. Nähe lieber langsam und kontrolliert und achte darauf, dass du rechtzeitig vom Pedal gehen kannst, wenn du stoppen musst. Die Geschwindigkeit kommt mit der Übung von ganz alleine.

  • Kurve nähen

Du musst sicher dein Stück, ja nach Form, häufig drehen. Das kannst du über deine Hände machen, die auf deinem Stoff liegen und den Stoff direkt beim Nähen in die entsprechende Richtung drehen.

  • Ecke nähen

Geht’s es um die Ecke, so lass die Nadel im Stoff, hebe das Füßchen und drehe das Teil unter der Maschine, ohne die Nadel hoch zu machen. Senke das Füßchen wieder ab und nähe weiter. So schaffst du Nählinien ohne Unterbrechungen.

Weil ich es so wichtig finde noch mal mein Rat an dich, nähe mit Ruhe und Gefühl. Lass dir unbedingt Zeit, denn Auftrennen ist hier nicht unbedingt ratsam, um die Applikation nicht unnötig zu strapazieren.

Bei dieser Stichwahl beim Aufnähen der Applikation mit dem Geradstich empfehle ich dir ruhig mindesten 3mal in nicht zu korrekten Linien um die Applikation zu Nähen. So verhinderst du, das genau geschaut wir, ob du die Naht auch wirklich ganz gerade genäht hast. Es wirkt dadurch eher so, als wäre es locker, wie mit einem Stift „umzeichnet“, es gibt kein richtig oder falsch mehr. Du kannst also keine „Fehler“ machen.

Solltest du außerdem bei der ersten Runde mal nicht so genau auf der Applikation sein, so kannst du es in der zweiten und dritten Runde noch korrigieren.

  • Verriegeln

Hast du deine Applikation genäht so verriegle, bzw. vernähe das Ende durch rückwärts nähen mit drei Stichen.

Bügel noch einmal über deine Applikation und freu dich über dein gelungenes Projekt.

 

Hier habe ich noch einen Extratipp zur Aufbewahrung des Vliesofix.

Aufbewahrung des Vliesofix

Vermeide unnötiges Handling mit dem Papier, da sich dadurch leicht die Klebeseite vom Trägerpapier löst. Das heißt, möglichst nicht knicken und schwere Dinge drauf stellen.

Am besten du bewahrst es in locker gerollter Form auf. Du kannst auch ein leichtes Gummi um die Rolle ziehen.

Durch Applikationen kannst du deine Nähprojekte wunderbar verschönern und auch ganz individuelle Geschenke zaubern.

So eine Applikation ist natürlich auch immer ein guter Trick, um mal ein Riss oder Fleck an Kleidung elegant zu verstecken.

Was ist deine Erfahrung mit Applikation? Welche Dinge hast du so schon verschönert oder gerettet? Schreib mir gern im Kommentarfeld und teile deine Erfahrungen mit uns.

Viel Freude damit.

#beyoubecreative , deine Grit

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